Bücher

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Hungern nach Liebe

Dieses Buch oder genau gesagt das Tagebuch, ist die Geschichte einer jungen, magersüchtigen Frau, die mit sich selbst und ihrer Sucht sehr ehrlich abrechnet.  Sie selbst beschreibt ihre Gefühle und Zustände in denen sie schwebt, unter anderem Todesnähe, die Suche nach Geborgenheit oder das Gefühl der Ausgrenzung.
Das Buch ist nicht mit Ratschlägen übersäht, sondern man wird mit der harten realen Suchtwelt einer Magersüchtigen konfrontiert.

Das Buch ist nicht nur für Betroffene gedacht , sondern auch für Eltern und andere Erziehende oder Therapeuten .

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Hunger nach weniger
Es beginnt ganz harmlos: Die 14-jährige Anne weiß mal wieder nicht, was sie anziehen soll. In jedem Rock sieht sie dick aus. Ganz anders ihre Freundin Amaryllis -- der steht einfach alles blendend. Anne sei eben etwas mollig, meint Amaryllis. Und genau das will Anne jetzt ändern: mit einer kleinen Diät. Wenn sie erst einmal die 53 Kilo erreicht hat, wird sich ihr Leben ändern, wird sie endlich wunderschön und beliebt sein. Doch kaum hat sie ihr Gewichtsziel erreicht, peilt sie die 47 Kilo an, dann 40 Kilo. Und noch immer fühlt Anne sich fett und hässlich. Tag und Nacht kreisen ihre Gedanken nur um Sahnetorten, Pizzastücke und die grausamen Zahlen auf der Waage. Essen ist ihr Feind geworden, und der Hunger nach weniger wird mit jedem Tag größer.



Dürre Jahre
Treffsicher erspürt Flöss die malträtierte Seele, lugt in das ungeschützte Terrain der Äußerlichkeit. Das Gesicht deformiert, die Gänsehaut ein Hauch Schimmelpilz, der Hals faltig wie ein Fächer. Nichts, schon gar nichts wird beschönigt. Sätze, oft nur Worte, stehen protokollartig nebeneinander, bestechend einfach, bestechend klar. Schlichte Ästhetik korrespondiert mit dem Leiden. Flöss kreist die Krankheit in einem Stakkato feinbitterer Wahrnehmungssplitter ein.
Emotionslos folgt Wort auf Wort, eine brutale Abfolge atemloser Sätze.

Fremdjahre

Mein Körper war meine Leistung, mein Kunstwerk ..." - so schreibt Gesa Herbst über ihre Magersucht. Zwei Jahre lang hatte sie sich nahezu ausschließlich auf das konzentriert, was sie aß - oder besser: nicht aß. Für ihre Diplomarbeit im Fach Fotografie suchte sie Kontakt zu anderen Essgestörten. Aus diesen Begegnungen entstanden bewegende Interviews und Fotografien, die behutsam die Binnenwelt von Menschen enthüllen, deren Leben um das Essen kreist.

Mein Körper, mein Feind.

Als ihr Großvater sie missbraucht, ist für Claire nichts mehr so wie vorher. Ihr Lebenswille ist gebrochen, sie will unsichtbar werden – indem sie nichts mehr isst, damit der Körper, den sie so hasst, verschwindet. Mit nur zehn ist sie so dünn, dass ihre Eltern sie das erste Mal in eine Klinik einweisen. Doch dem eigentlichen Grund für ihre Magersucht kommt niemand auf die Spur, und so hungert Claire weiter, bist es fast zu spät ist.

 

 

Tasten auf dünnem Eis.
Mara, eine Frau von dreissig Jahren, kam mit sich nicht mehr zurecht, unüberwindliche Ängste vor jedem Auftritt liessen sie die viel versprechend begonnene Laufbahn einer Pianistin wieder aufgeben. Der Freund, Musiker wie sie, hat sie verlassen. Angst, Depression und Magersucht blieben und die Unfähigkeit zu Kontakten mit anderen Menschen: Sie beschloss, sich aus diesem Dasein hinauszuhungern. In der Klinik Dornhof soll sie zurückfinden, wo die Essgestörten unter strenger Kontrolle stehen. In der Gruppentherapie erfährt sie, was es heisst, sich auszusetzen, und findet nur allmählich wieder zu einem Selbstbewusstsein. Karin Linsi, 1967 in Basel geboren, lebt heute in Luzern und schildert in ihrem ersten Roman den Klinikalltag aus gleichzeitig beteiligter wie distanzierter Perspektive, sie lässt ihre Erzählerin Tagebuchsequenzen einfügen und gibt ein lebensnahes Bild, das vor allem die Gegenwart ins Auge fasst, Vorgeschichte und Zukunftsaussichten aber weit gehend ausblendet. Umso eindringlicher ist der Klinikalltag gezeigt.

11.4.07 00:11
 


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